
Sonja Bartlewski
Aus eigener Erfahrung. Mit Herz. Für pflegende Angehörige.
Ich weiß, wie sich Pflege anfühlt – nicht aus Büchern, sondern aus meinem eigenen Leben.
Schon als junge Frau übernahm ich Verantwortung innerhalb meiner Familie. Nach einer schweren Erkrankung meiner Mutter wurde sie über viele Jahre pflegebedürftig. Gemeinsam mit meinem Vater organisierte ich ihre Versorgung – parallel zu meiner anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit in einem großen Unternehmen.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Angestelltenverhältnis entschied ich mich 2015 für einen beruflichen Neuanfang und gründete die PferdedeckenWerkstatt, eine Spezialwäscherei für Pferdedecken. Durch die Selbstständigkeit war ich zeitlich flexibler und machte die Erfahrung, auch neue Herausforderungen meistern zu können.
Doch eine große Herausforderung sollte erst noch kommen.
Im Sommer 2023 erhielt mein Mann nach einem Hirninfarkt die Diagnose Alzheimer-Demenz. Von einem Tag auf den anderen veränderte sich unser Leben grundlegend.
Nach dem ersten Schock suchte ich nach Unterstützung, organisierte Betreuung, Tagespflege und später ambulante Pflege. Trotzdem geriet ich zunehmend an meine Grenzen. Fehlende Ruhephasen, keine Nachtruhe, permanente Verantwortung und das Gefühl meinen Mann keinen Moment allein lassen zu können, führten dazu, dass ich mich selbst immer mehr verlor.
Ich erinnere mich an einen Satz, den ich 2024 mal unter Tränen sagte: „Ich habe kein eigenes Leben mehr.“
Über Jahre fühlte ich mich der Situation ausgeliefert.
Im Herbst 2025 verschlechterte sich der Gesundheitszustand meines Mannes nach einer schweren Lungenentzündung dramatisch. Nach Krankenhaus und Kurzzeitpflege war klar: Wenn er wieder nach Hause kommen sollte, musste ich vieles neu organisieren. Pflegebett, Rollstuhl, Lifter, Pflegedienst – ich holte ihn nach Hause.
In dieser Zeit traf ich eine Entscheidung, die mein Leben verändert hat.
Nicht mehr: „Ich muss das alles schaffen.“
Sondern: „Ich kümmere mich um ihn, weil ich es möchte.“
Dieser Perspektivwechsel wurde zu meinem persönlichen Wendepunkt. Ich begann, Verantwortung nicht mehr als Last, sondern als bewusste Entscheidung zu erleben. Meditation, Achtsamkeit und intensive persönliche Weiterentwicklung halfen mir dabei, mein Nervensystem zu beruhigen und trotz aller Herausforderungen wieder Kraft, Zuversicht und Lebensfreude zu finden.
Heute ist mein Mann bettlägerig. Die Krankheit schreitet weiter voran. Doch wenn ich in seine Augen schaue, sehe ich einen Menschen, dessen Seele voller Liebe ist. Das erfüllt mich jeden Tag mit Dankbarkeit.
Aus all diesen Erfahrungen entstand Quelle der Kraft.
Ich wünsche mir einen Ort, an dem pflegende Angehörige sich verstanden fühlen, Unterstützung finden und erleben dürfen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind.
Deshalb baue ich ein Netzwerk auf, das Austausch, Entlastung, Begegnung und gegenseitige Hilfe ermöglicht. Gleichzeitig arbeite ich an neuen Wohn- und Unterstützungsformen, damit Menschen auch in schwierigen Lebensphasen möglichst lange selbstbestimmt und gemeinsam leben können.
Meine Arbeit verbindet gelebte Pflegeerfahrung mit fundierter Weiterbildung in den Bereichen Mindset-Entwicklung, Psychologie, Marketing und Unternehmensaufbau.
Inspiriert werde ich unter anderem von den Lehren von Jens Corssen, Vera F. Birkenbihl, Veit Lindau, Laura Malina Seiler, Dr. Gerald Hüther und vielen weiteren Menschen, die zeigen, wie persönliches Wachstum auch in schwierigen Lebenssituationen möglich ist.
Ich bin überzeugt:
Ein Schiffbruch muss nicht das Ende einer Reise sein. Manchmal ist er der Anfang eines Lebens, das tiefer, bewusster und erfüllter wird.
Und genau diese Erfahrung möchte ich heute mit anderen teilen.
Quelle der Kraft steht für:
- Gemeinschaft statt Alleinsein.
- Selbstfürsorge statt Selbstaufgabe.
- Menschlichkeit, Würde und gegenseitige Stärkung.
Gutes tun, auch mit etwas Eigennutz 😉
Es ist übrigens erwiesen, dass es eine positive Wirkung auf das eigene psychische Befinden hat, wenn man anderen hilft.

